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Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift (EAZ)
Band 49, Heft 3 Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift (EAZ) Band 49, Heft 3
Autor: Hrsg von J. Callmer und R. Struwe | Erscheinungsjahr: 2008
6 Beiträge zum Stand der Forschung, , zahlr. Abb. in SW
Inhalt:
R. G. Bednarik: Zur Seefahrt im Paläolithikum - S. Klausnitz: Die Löffelvotive aus der Kirche St. Corona in Altenkirchen, Niederbayern D. Adamska: Vom Moriskentanz im Schlesien des 15. Jahrhunderts - S. Heber: Wilhelm Unverzagt und die archäologischen Untersuchungen in Zantoch (1932–1934) - J.-P. Legendre: Archäologie und NS-Propaganda im annektierten Lothringen: das Landesdenkmalamt Metz und seine Abteilung Vor- und Frühgeschichte (1940–1944) - Mitteilungen: J. Lippok . Glaube – Aberglaube – Tod. Vom Umgang mit dem Tod von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit. Interdisziplinäre Tagung in Berlin 28.11.–30.11.2008 - Rezensionen und Annotationen ### Zusammenfassungen ### Zur Seefahrt im Paläolithikum von Robert G. Bednarik (Melbourne): Einer der wichtigsten Maßstäbe für die Bewertung der technologischen Entwicklung der Homininen ist die Fähigkeit einer Landnahme über die offene See. Dies beruht auf den zahlreichen Voraussetzungen, die für eine Seefahrt nötig waren. Der Beitrag stellt eine Serie von Experimenten mit Wasserfahrzeugen vor, die durchgeführt wurden, um jene Mindestbedingungen zu eruieren, die für archäologisch erwiesene Kolonisierungen vorausgesetzt werden müssen. Solche Ereignisse scheinen vor fast einer Million Jahren – also im oberen Frühpleistozän – im heutigen Indonesien begonnen zu haben. Dies führte zur Besiedlung verschiedener Inseln von Wallacea, einschließlich Timor, durch Homo erectus. Im Spätpleistozän ermöglichte eine verbesserte Seefahrt die erste Kolonisierung von Australien und zahlreichen nahen Inseln durch Menschen mit einer mittelpaläolithischen Technologie. Da alle Meerengen von starken und unvorhersehbaren Querströmungen gekennzeichnet sind, war und ist es unmöglich, sie lediglich durch Driften zu überqueren. Die hier beschriebenen Experimente haben gezeigt, dass die seetüchtigen Fahrzeuge der Homininen durch Menschenkraft, vermutlich mit Hilfe von Paddeln, angetrieben wurden und dass solche Expeditionen immer höchst riskant waren. ### Die Löffelvotive aus der Kirche St. Corona in Altenkirchen, Niederbayern von Sina Klausnitz (Netzschkau): Gegenstand des Beitrags ist ein Teil des Votivfundes aus der Kirche St. Corona in Altenkirchen, Niederbayern. Zusammen mit verschiedenen Keramik- und Textilobjekten waren 2002 in einer Gewölbeverfüllung 431 Löffel und Löffelfragmente geborgen worden, der bislang umfangreichste Fund von Löffeln aus der Frühen Neuzeit. Für diese Fundgruppe werden die Resultate der formalen Bestandserfassung sowie Datierungs- und Interpretationsansätze vorgestellt. Dabei werden vor allem Ergebnisse der traditionellen Volkskunde zu religiösem Brauchtum in die Interpretation der Altenkirchener Löffel einbezogen. Unter Berücksichtigung des Ertrags der Bestandserfassung soll auch eine Klärung der Frage erfolgen, ob es sich um Werkstattabfall, profanes Essgerät oder speziell angefertigtes Votivgut handelt. ### Vom Moriskentanz im Schlesien des 15. Jahrhunderts von Dagmara Adamska (Wroclaw): Im Jahrbuch der Stadt Namslau in Schlesien, das von Johann Froben (gest. 1510) geschrieben wurde, sowie in der Chronik des Pastors W. Liebich fanden sich Informationen über den Moriskentanz, ein Spiel, das aus dem mittelalterlichen Schlesien überliefert ist. Das Spiel fand im Jahre 1471 im Franziskanerkloster statt. Ritter und Bürgerliche, Frauen wie Männer aus der Umgegend, nahmen daran teil. Dieser Faschingsbrauch, populär in ganz Europa von Spanien bis England, kam wohl aus südlichen deutschen Städten nach dem Jahr 1450 nach Schlesien. Hier wurde der Tanz von dem Breslauer Bischof Rudolf von Rüdesheim mit einem Verbot belegt, den Tanz im Kloster aufzuführen; die Tanzenden wurden exkommuniziert. Die Empörung des Bischofs wurde gewiss durch die erotische Aussage des Spiels verursacht – eine Dame mit einem Pfand in der Hand wählte unter den Tanzenden denjenigen aus, der um sie herum die eindruckvollsten Figuren tanzte, und gab ihm den Preis. Zu den charakteristischen Tanzkostümen gehörten bunte Mützen sowie Turbane und Kopftücher. In den komplexeren Versionen des Spiels verkleideten sich die Tänzer als Fremde, Vertreter einer Schicht u. a. Die Genese des Tanzes ist unklar; wahrscheinlich stammt er von der Iberischen Halbinsel und traf über den englischen Hof in Europa ein. Der Moriskentanz stellt sicherlich eine Verbindung von römischen Erntetänzen mit europäischen Motiven des Kampfes gegen Heiden dar. ### Wilhelm Unverzagt und die archäologischen Untersuchungen in Zantoch (1932–1934)von Sebastian Heber (Berlin): Wilhelm Unverzagt bestimmte über fünf Jahrzehnte und in vier verschiedenen politischen Systemen die Entwicklung der Vor- und Frühgeschichtsforschung in Ostdeutschland maßgeblich. Dieser Beitrag wird vor allem die Zeit des politischen Umbruchs 1933 anhand der Interpretationen und Intentionen der von 1932 bis 1934 von Unverzagt durchgeführten Ausgrabung in Zantoch näher untersuchen. Dabei zeigt sich, dass das Jahr 1933 in Unverzagts Arbeit und seinen Interpretationen keinen großen Bruch zu der vorangegangenen Zeit darstellt. Die von S. Brather in der Zantoch-Veröffentlichung von 1936 festgestellten antipolnisch-chauvinistischen Äußerungen und die bewusste Indienststellung der archäologischen Forschung für die politische Propaganda werden von Unverzagt auch schon vor 1933 vertreten bzw. betrieben und lassen sich nicht auf staatlichen Druck nach 1933 zurückführen. Sie können aber auch nicht als Beleg für eine nationalsozialistische Grundhaltung Unverzagts dienen, sondern belegen eher eine national-konservative, gegenüber dem neu gegründeten polnischen Staat revisionistische Grundhaltung, die im deutschen Bürgertum bereits seit dem Ende des 19. Jh. weit verbreitet war und sich durch die Ergebnisse des Ersten Weltkriegs noch verschärft und radikalisiert hatte. ### Archäologie und NS-Propaganda im annektierten Lothringen: das Landesdenkmalamt Metz und seine Abteilung Vor- und Frühgeschichte (1940–1944)von Jean-Pierre Legendre (Metz): Im Jahr 1940 annektierte Deutschland das französische Departement Moselle in Lothringen und gründete das Landesdenkmalamt Metz mit einer Abteilung Vor- und Frühgeschichte. In dieser Abteilung wurden stark ideologisch orientierte Forschungen ausgeführt. Dabei war es ein Anliegen, den rein germanischen Charakter der Urbevölkerung im Departement Moselle nachzuweisen sowie die Forschung der französischen Archäologen abzuwerten. So wurden Ausgrabungen in dem merowingerzeitlichen Gräberfeld von Ennery und in der Kirche Saint-Pierre-aux-Nonnains in Metz durchgeführt. Diese Ausgrabungsorte wurden nicht aufgrund des wissenschaftlichen Interesses ausgewählt – selbst wenn dieses unbestreitbar ist –, sondern vielmehr, weil sie als Argumente in der NS-Propaganda von Nutzen waren.
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Bestellnr.: 2-36-49-3
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