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Jenaer Schriften

Jenaer Schriften

Band 01: Die Jenaer Altfunde aus Gräbern der späten Bronzezeit und frühen Eisenzeit von Pawellau, ehemaliger Kreis Trebnitz Band 01: Die Jenaer Altfunde aus Gräbern der späten Bronzezeit und frühen Eisenzeit von Pawellau, ehemaliger Kreis Trebnitz
Autor: René Wötzel | Erscheinungsjahr: Jena & Langenweißbach 2005
62 Seiten und 11 Tafeln mit Funden und Befunden, Textabbildungen und Karten meist in Farbe, Format A 4, Broschur
Inhalt:

Die Deklaration archäologischer Hinterlassenschaften als "Altfunde" suggeriert gewisse Vorahnungen in Bezug auf Überlieferung und mögliche Aussagekraft, die leider auch für das vorliegende Material zutreffen. Tatsächlich ist der Pawellauer Komplex zusammenhanglos überliefert, die Umstände der Bergung nur ansatzweise bekannt. Hinzu kommen rund anderthalb Jahrhunderte, in denen die Funde weitgehend unbeachtet blieben - alles Gegebenheiten, die hohe Erwartungen von vornherein nicht zulassen. Trotz allem steckt in den Pawellauer Objekten genügend Potential, um eine systematische Aufarbeitung und die Vorlage für die breitere Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Darin liegt auch das Hauptziel der Arbeit begründet. Vor allem der an Forschungsgeschichte Interessierte mag sich die Frage stellen, wie Material aus dem schlesischen Pawellau in die Bestände einer mitteldeutschen Sammlung kommt. Um es vorwegzunehmen - eine lückenlose Aufklärung diesbezüglich war nicht möglich. Dass die Umstände wenigstens etwas erhellt werden können ist dem Glücksfall geschuldet, dass ein mehrseitiges, mit Illustrationen versehenes Manuskript des Ausgräbers vorliegt, Neben ausgedehnten Wiederholungen der Schilderungen L. D. Hermanns über die Funde bei Massel" enthält es kurze Aufzeichnungen über dessen eigene Ausgrabungen bei Pawellau und anderen schlesischen Orten. Die handschriftlichen Notizen sind zugleich ein interessantes Zeitdokument. Sie geben anschaulich Auskunft über das sprunghaft gestiegene Interesse gebildeter Bevölkerungskreise an der eigenen Vorgeschichte. Ihren Abschluss fand diese frühe Epoche der "Forschung" in Schlesien mit der Gründung des gleichnamigen Altertumsvereins im Jahre 1858. Die Gegenstände wurden ausweislich einer auf dem Manuskript befindlichen handschriftlichen Notiz Klopfleischs vor dem Jahre 1850 von einem gewissen van der Sloot geborgen, seines Zeichens Assessor in Skorischau und Trebnitz, Im ersten Bestandskatalog des 1863 auf Betreiben Klopfleischs gegründeten Germanischen Museums zu Jena sind die Funde bereits verzeichnet, Sie müssen demzufolge zwischen den Jahren 1850 und 1862 erworben und nach Jena verbracht worden sein. Ob der bekannte Jenaer Privatdozent für Kunstgeschichte die Objekte persönlich überführte oder der Ankauf über Mittelsmänner geschah, bleibt im Dunkeln. Es ist anzunehmen, dass bei Klopfleisch der Plan zur öffentlichen Ausstellung seiner umfangreichen Sammlung bereits seit einiger Zeit bestand. Das vordergründige Motiv für den Ankauf der Funde dürfte deshalb darin zu sehen sein, ein möglichst breites Spektrum an Altertümern aller Art präsentieren zu können. Wie eingangs bereits angedeutet, steht eine vollständige wissenschaftliche Aufarbeitung des Fundkomplexes aus. Nur den herausragenden Objekten wurde bisher die Aufmerksamkeit der Forschung zuteil. Einige der mit den Funden befassten Gelehrten gehören zu den Pionieren der Urgeschichtsforschung und sind Indiz für deren Bedeutung. So erhielt die Fachwelt erstmals im Jahre 1874 durch einen Aufsatz R. Virchows in den Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte Kenntnis über die bemalten Gefäße aus Pawellau. Es handelt sich dabei allerdings um eine bloße Beschreibung der Funde ohne bildliehe Untersetzung. Bezüglich der Keramik blieb es bei diesem Veröffentlichungsstand bis heute, ausgenommen die Abbildung einer bemalten Schale durch Klopfleisch 10 Jahre später. Noch größere Aufmerksamkeit zog ein Antennengriffmesser auf sich. Wegen seiner bimetallischen Zusammensetzung diente es zuerst I. Undset und dann auch O. Montelius als Beleg für den Beginn der Eisenverwendung. In späteren Schriften wurde es vor allem typologischen und chronologischen Studien unterzogen. Berücksichtigung fand schließlich auch die Nadelbüchse im Rahmen einer Arbeit über Toilettegeräte durch M. Gedl, auf welchen auch die bildliehe Darstellung eines Teils der Armringe zurückgeht. Dieser kurze forschungsgeschichtliche Abriss belegt nachhaltig die Bedeutsamkeit des Komplexes. Man erahnt, welch reichhaltige Erkenntnismöglichkeiten das Material bei einer fachmännischen Bergung geboten hätte. Der in jedem Falle vorzuziehende Weg einer chronologischen Einordnung auf der Basis geschlossener Funde bleibt leider versperrt. Die zeitliche Fixierung des Komplexes lässt sich demnach nur mittels typologischer Vergleiche unter Einbeziehung der bisherigen Veröffentlichungen bewerkstelligen.


Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Einleitung

Fundort und Fundumstände
Chronologischer Überblick
Der nichtkeramische Fundstoff
• Trachtgegenstände
• Waffen und Geräte
• Sonstiges
Keramik
• Unbemalte Keramik
• Bemalte Keramik
Fern- und Fremdbeziehungen
Regionale Einbindung
Ergebnis
Summary
Katalog

Anhang
• Fundlisten
• Konkordanzverzeichnis
• Literaturverzeichnis
• Tafeln
Bestellnr.: 1-13-01 | ISBN: 978-3-937517-40-5
10,00 €
 
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