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Johannes der Täufer zählt zu den bedeutendsten biblischen Figuren und hoch verehrten Heiligen. Als Kritik übender Prediger genoss er viel Achtung und Zulauf vom Volk, war aber dem Herrscherhaus unbequem. Darum wurde der Unbeugsame als gefährlich empfunden und enthauptet.
Im Mittelalter erfuhren die Gläubigen dies und viel mehr darüber nicht nur aus der Bibel, sondern auch aus Legenden, dem geistlichen Schauspiel und zahlreichen Bildern. Gerade sie konnten bis in das 16. Jahrhundert hinein durch wiederkehrende Motive und Motivkombinationen mit Symbolcharakter verstanden werden.
Die beiden untersuchten Cranachholzschnitte weichen in auffälliger Weise von dieser Tradition ab. Durch die sächsischen Wappen, die Hofmode und schließlich die Signaturen des Hofmalers der Ernestiner werden wir stattdessen in das fürstliche Milieu von Friedrich dem Weisen (1463 – 1525) geführt. Auch das gehört zu den Besonderheiten, die Anlass zur Analyse der bisher wissenschaftlich vernachlässigten Merkwürdigkeiten führten.
Dieses Buch liefert Aufschluss über die Gründe für das Außergewöhnliche dieser Holzschnitte und die inoffiziellen Familienverhältnisse des Fürsten.
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Einführung
Die Holzschnitte, ihre Datierung, einige Auffälligkeiten wie die bemerkenswerte Hofmode und weitere Besonderheiten
Johannes der Täufer und die Ereignisse unter Herodes Antipas
Die Holzschnitte, ihre Funktion, Aussagen zu vermitteln, und handwerkliche Umstände
Die Vorgänge auf dem jüngeren Holzschnitt
Über die allgemeine Bedeutung von Johannes dem Täufer und seinen Reliquien für Friedrich den Weisen. Auswirkungen auf den jüngeren Holzschnitt. Bezüge zu Abendmahl und Passion
Das Geschehen auf dem älteren Holzschnitt
Hintergründe am Hof und im Umfeld
Die Abkehr vom Üblichen (zusammenfassende Betrachtungen)
Salome
Cranachs Leistung
Literatur
Abbildungen und Abbildungsnachweis





