Band 47, Heft 1

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Beiträge zum Festkolloquium am 11. Februar 2006 zu Ehren von Professor Dr. Achim Leube: R. Bräunig: Hausbau und Siedlungswesen im östlichen Bereich der Jastorfkultur. Zum Forschungsstand – K.-U. Uschmann Die Gehöfte von Briesnig 68 an der Hornoer Höhe, Lkr. Spree-Neiße – M. Hegewisch Die „Zeißholzer Kanne“, ein Fund der Èernjachov-Sântana de Mureº-Kultur – L. Schulte Überlegungen zu den eisernen Fibeln mit hohem Nadelhalter – I. Beilke-Voigt Das Tieropfer in archäologischen und weiteren Quellenzeugnissen – D. Nösler Die Hertesburg, Ldkr. Nordvorpommern, und der Orden des Neuen Tempels – H. Piezonka Liebetraut Rothert und die brandenburgische Bodendenkmalpflege 1938–1945 – M. Gasche Zum Konzept der „Germanenkunde“ im Ahnenerbe der SS – Rezensionen und Annotationen ### Zusammenfassungen ### Hausbau und Siedlungswesen im östlichen Bereich der Jastorfkultur. Zum Forschungsstand von René Bräunig (Berlin): Die archäologischen Rettungsgrabungen im Osten Deutschlands haben eine bemerkenswerte Vielzahl neuer Fundstellen und auch Quellenarten erschlossen. Besonders großflächige Untersuchungen auf ur- und frühgeschichtlichen Siedlungsplätzen haben dabei unser Bild dieser Epochen wesentlich bereichert, wenn auch – bedingt durch die große Zahl der Dokumentationen – erst ein geringer Teil in einer wissenschaftlich bewerteten Form vorliegt. In auffälliger Form treten dabei Siedlungen der Jastorfkultur und der zeitgleichen benachbarten Kulturgruppen hinter Siedlungsbelege anderer Zeitstufen zurück. Es ist daher sehr schwierig, einzelne dokumentierte Siedlungsbefunde in ein allgemeines Bild der Siedlungen jener Epoche einzufügen. Das Arbeitsgebiet umfasst dabei die Bundesländer Brandenburg (einschließlich des Landes Berlin), Sachsen und Sachsen-Anhalt. Besondere Probleme bereitet es, Hausformen und -landschaften zu definieren, ist doch die Zahl bekannter Grundrisse bis heute sehr klein geblieben. Da jedoch in den vergangenen Jahren einige Befunde publiziert wurden, sei hier der Versuch unternommen, diese zusammenfassend zu präsentieren, und eine Grundlage für weitere, umfassendere Darstellungen zu geben. ### Die Gehöfte von Briesnig 68 an der Hornoer Höhe, Lkr. Spree-Neiße von Kay-Uwe Uschmann (Berlin): In den Jahren 1999/2000 wurden in der Gemarkung Briesnig, Lkr. Spree-Neiße, mehrere germanische Einzelgehöftareale untersucht, die im Vorfeld eines Braunkohletagebaus lagen. Nachfolgend soll ein detaillierter Überblick über die Befunde und Funde eines Teilbereichs – des Fundplatzes Briesnig 68 – gegeben werden. Die Siedlung, deren Bestattungsplatz wohl im germanischen Hügelgräberfeld Horno 1 gefunden wurde, war während der gesamten römischen Kaiserzeit bewohnt, wobei ehemalige Gebäudestandorte oft erneut bebaut wurden. Gemeinsam mit anderen Fundplätzen aus der unmittelbaren Umgebung kann ein Einblick in eine kleine Siedlungskammer der römischen Kaiserzeit gewonnen werden. ### Die „Zeißholzer Kanne“, ein Fund der Èernjachov-Sântana de Mureº-Kultur von Morten Hegewisch (Bonn): Gegenstand des Artikels ist ein Altfund aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die sog. „Zeißholzer Kanne“. Dabei handelt es sich um ein in Deutschland einmaliges Fundobjekt. Diese Kanne ist ein deutlicher Beleg einer über die Jahrhunderte gewachsenen Mobilität. Parallelen zu dieser Kanne finden sich der Form nach in Ungarn sowie bezogen auf die Verzierungen im Raum der gemeinhin als gotisch angesprochenen Èernjachov-Sântana de Mureº-Kultur. Die Kanne datiert vermutlich in das ausgehende 4. Jh., sie ist der Rest einer unbemerkt zerstörten, möglicherweise reicheren Bestattung. ### Überlegungen zu den eisernen Fibeln mit hohem Nadelhalter von Lothar Schulte (Göttingen): Von über 3700 bekannten Fibeln mit hohem Nadelhalter wurden nach bisherigem Stand lediglich 97 (2,6 %) Exemplare aus Eisen gefertigt. Im Vergleich zum Anteil von Eisenfibeln bei den Fibeln mit festem Nadelhalter (14,8 %), den Kniefibeln (34 %) und dem geschätzten Anteil von 10 % an allen älterkaiserzeitlichen Fibeln ist dieser Wert auffallend gering und kann nicht nur auf schlechtere Überlieferungsbedingungen zurückgeführt werden. Der regional stark schwankende Anteil von Eisenfibeln mit hohem Nadelhalter vor allem in Angeln, auf Fünen und Seeland weist auf Indikatoren hin, die bislang mit herkömmlichen, sich an den Grabausstattungen orientierenden Sozialmodellen nicht erfasst werden. Trotz des allgemein schlechten Erhaltungszustandes der untersuchten Eisenfibeln wird deutlich, dass das Formenspektrum dem der geschmiedeten sowie der gegossenen und überschmiedeten Fibeln gleicht. Einige der Eisenfibeln weisen jedoch Merkmale auf, die sie aus der Masse aller einfachen Fibeln mit hohem Nadelhalter herausheben. ### Das Tieropfer in archäologischen und weiteren Quellenzeugnissen von Ines Beilke-Voigt (Berlin): Funde von Tierknochen im Siedlungszusammenhang sind nichts Außergewöhnliches. Meist handelt es sich um Knochen, die nach den Schlachtungen bzw. den Mahlzeiten als Abfall in eigens dafür ausgehobenen Gruben entsorgt wurden. Verwunderlich jedoch erscheinen Niederlegungen, die aufgrund der Fundumstände bzw. der Art und Weise der Deponierung nicht als gewöhnlicher Schlacht- und Speiseabfall gedeutet werden können. Sie müssen unter dem Aspekt einer intentionellen Niederlegung betrachtet werden und sind vielfach mit Tieropfern in Verbindung zu bringen. Tieropfer haben bereits in sehr frühen Zeiten der menschlichen Entwicklung eine nicht unerhebliche Rolle gespielt und wurden aus den unterschiedlichsten Anlässen und Beweggründen heraus vorgenommen. Bis in historische und selbst bis in heutige Zeiten haben sich Vorstellungen solcher Tieropfer erhalten. Dem Interesse des hochverehrten Jubilars folgend, soll sich in diesem Beitrag speziell den germanischen Funden und Befunden zugewendet und diese unter Einbeziehung schriftlicher, ikonografischer sowie ethnologischer Quellen betrachtet werden. ### Die Hertesburg, Ldkr. Nordvorpommern, und der Orden des Neuen Tempels von Daniel Nösler (Wilhelmshaven): Die mittelalterliche „Hertesburg“ bei Prerow, die wahrscheinlich im 13. Jh. entstanden ist, war ab dem 14. Jh. Aufenthaltsort der rügisch-pommerschen Fürsten und Vogteisitz. Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg scheint die Anlage verfallen gewesen zu sein. Archäologische Untersuchungen auf dieser Befestigung beschränken sich bislang auf kleinere Notbergungen. Im Jahr 1927 wurde die Burg unter der Führung von Georg Hauerstein jr. zum Presbyterium des Ordens des Neuen Tempels erhoben und auf dem Turmhügel eine Kapelle errichtet. In diesem Orden manifestierten sich die rassistischen und okkulten Lehren von Jörg Lanz von Liebenfels, dem bedeutendsten Vertreter der Ariosophie. Die Ordensmitglieder vermuteten in der Hertesburg den Ursprung der „arioheroischen Rasse“ und die Lage der slawischen Heiligtümer Rethra und Vineta. In der Gegend um Prerow wurde durch Ordensmitglieder weiterhin versucht, „rassische“ Siedlungsprojekte zu verwirklichen. Im Jahr 1935 musste das Burgareal an den Staat verkauft werden, und das Ordenskapitel wurde von der Hertesburg nach Bayern verlegt, wo es bis 1973 bestand. ### Liebetraut Rothert und die brandenburgische Bodendenkmalpflege 1938–1945 von Henny Piezonka (Berlin): Die Archäologin Liebetraut Rothert hat die brandenburgische Bodendenkmalpflege in den Jahren von 1938 bis 1945 entscheidend gestaltet und dabei die Arbeitsgrundlagen für die heute wirkenden Institutionen mit geschaffen. Fachlich durch ihr Studium in Breslau geprägt, wo sie 1934 zu einem mesolithischen Thema promovierte, arbeitete Rothert kurzzeitig unter Hans Reinerth in Berlin. Im Jahr 1938 wechselte sie in die Belegschaft des neugegründeten Landesamts, wo sie nach Einberufung der männlichen Mitarbeiter in den Krieg die gesamte Arbeit allein erledigte. Von 1942 bis 1945 leitete sie das Niederlausitzische Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Cottbus. Nach dem Krieg wurde sie nicht mehr in ihrem Beruf als Archäologin tätig, sondern widmete sich als Archivarin eines Bochumer Steinkohlebergwerks der Geschichte der Ruhrbergleute. So ist sie offenbar schnell aus dem Gesichtsfeld der archäologischen Fachwelt verschwunden und in Vergessenheit geraten – zu Unrecht

Gewicht 250 g
Bestellnr

2-36-47-1

Produktgruppe

Verkaufsprogramm

Reihe

Zeitschrift/Reihen

Hauptgruppe

Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift (EAZ)

Untergruppe
ISBN
KurzbezTitel

Band 47, Heft 1

Autor

Hrsg von J. Callmer und R. Struwe

Erscheinungsjahr

2006

TechnischeAbgaben

8 Beiträge zum Stand der Forschung, zahlr. Abb. in SW

Inhalt

Beiträge zum Festkolloquium am 11. Februar 2006 zu Ehren von Professor Dr. Achim Leube: R. Bräunig: Hausbau und Siedlungswesen im östlichen Bereich der Jastorfkultur. Zum Forschungsstand – K.-U. Uschmann Die Gehöfte von Briesnig 68 an der Hornoer Höhe, Lkr. Spree-Neiße – M. Hegewisch Die „Zeißholzer Kanne“, ein Fund der Èernjachov-Sântana de Mureº-Kultur – L. Schulte Überlegungen zu den eisernen Fibeln mit hohem Nadelhalter – I. Beilke-Voigt Das Tieropfer in archäologischen und weiteren Quellenzeugnissen – D. Nösler Die Hertesburg, Ldkr. Nordvorpommern, und der Orden des Neuen Tempels – H. Piezonka Liebetraut Rothert und die brandenburgische Bodendenkmalpflege 1938–1945 – M. Gasche Zum Konzept der „Germanenkunde“ im Ahnenerbe der SS – Rezensionen und Annotationen ### Zusammenfassungen ### Hausbau und Siedlungswesen im östlichen Bereich der Jastorfkultur. Zum Forschungsstand von René Bräunig (Berlin): Die archäologischen Rettungsgrabungen im Osten Deutschlands haben eine bemerkenswerte Vielzahl neuer Fundstellen und auch Quellenarten erschlossen. Besonders großflächige Untersuchungen auf ur- und frühgeschichtlichen Siedlungsplätzen haben dabei unser Bild dieser Epochen wesentlich bereichert, wenn auch – bedingt durch die große Zahl der Dokumentationen – erst ein geringer Teil in einer wissenschaftlich bewerteten Form vorliegt. In auffälliger Form treten dabei Siedlungen der Jastorfkultur und der zeitgleichen benachbarten Kulturgruppen hinter Siedlungsbelege anderer Zeitstufen zurück. Es ist daher sehr schwierig, einzelne dokumentierte Siedlungsbefunde in ein allgemeines Bild der Siedlungen jener Epoche einzufügen. Das Arbeitsgebiet umfasst dabei die Bundesländer Brandenburg (einschließlich des Landes Berlin), Sachsen und Sachsen-Anhalt. Besondere Probleme bereitet es, Hausformen und -landschaften zu definieren, ist doch die Zahl bekannter Grundrisse bis heute sehr klein geblieben. Da jedoch in den vergangenen Jahren einige Befunde publiziert wurden, sei hier der Versuch unternommen, diese zusammenfassend zu präsentieren, und eine Grundlage für weitere, umfassendere Darstellungen zu geben. ### Die Gehöfte von Briesnig 68 an der Hornoer Höhe, Lkr. Spree-Neiße von Kay-Uwe Uschmann (Berlin): In den Jahren 1999/2000 wurden in der Gemarkung Briesnig, Lkr. Spree-Neiße, mehrere germanische Einzelgehöftareale untersucht, die im Vorfeld eines Braunkohletagebaus lagen. Nachfolgend soll ein detaillierter Überblick über die Befunde und Funde eines Teilbereichs – des Fundplatzes Briesnig 68 – gegeben werden. Die Siedlung, deren Bestattungsplatz wohl im germanischen Hügelgräberfeld Horno 1 gefunden wurde, war während der gesamten römischen Kaiserzeit bewohnt, wobei ehemalige Gebäudestandorte oft erneut bebaut wurden. Gemeinsam mit anderen Fundplätzen aus der unmittelbaren Umgebung kann ein Einblick in eine kleine Siedlungskammer der römischen Kaiserzeit gewonnen werden. ### Die „Zeißholzer Kanne“, ein Fund der Èernjachov-Sântana de Mureº-Kultur von Morten Hegewisch (Bonn): Gegenstand des Artikels ist ein Altfund aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die sog. „Zeißholzer Kanne“. Dabei handelt es sich um ein in Deutschland einmaliges Fundobjekt. Diese Kanne ist ein deutlicher Beleg einer über die Jahrhunderte gewachsenen Mobilität. Parallelen zu dieser Kanne finden sich der Form nach in Ungarn sowie bezogen auf die Verzierungen im Raum der gemeinhin als gotisch angesprochenen Èernjachov-Sântana de Mureº-Kultur. Die Kanne datiert vermutlich in das ausgehende 4. Jh., sie ist der Rest einer unbemerkt zerstörten, möglicherweise reicheren Bestattung. ### Überlegungen zu den eisernen Fibeln mit hohem Nadelhalter von Lothar Schulte (Göttingen): Von über 3700 bekannten Fibeln mit hohem Nadelhalter wurden nach bisherigem Stand lediglich 97 (2, 6 %) Exemplare aus Eisen gefertigt. Im Vergleich zum Anteil von Eisenfibeln bei den Fibeln mit festem Nadelhalter (14, 8 %), den Kniefibeln (34 %) und dem geschätzten Anteil von 10 % an allen älterkaiserzeitlichen Fibeln ist dieser Wert auffallend gering und kann nicht nur auf schlechtere Überlieferungsbedingungen zurückgeführt werden. Der regional stark schwankende Anteil von Eisenfibeln mit hohem Nadelhalter vor allem in Angeln, auf Fünen und Seeland weist auf Indikatoren hin, die bislang mit herkömmlichen, sich an den Grabausstattungen orientierenden Sozialmodellen nicht erfasst werden. Trotz des allgemein schlechten Erhaltungszustandes der untersuchten Eisenfibeln wird deutlich, dass das Formenspektrum dem der geschmiedeten sowie der gegossenen und überschmiedeten Fibeln gleicht. Einige der Eisenfibeln weisen jedoch Merkmale auf, die sie aus der Masse aller einfachen Fibeln mit hohem Nadelhalter herausheben. ### Das Tieropfer in archäologischen und weiteren Quellenzeugnissen von Ines Beilke-Voigt (Berlin): Funde von Tierknochen im Siedlungszusammenhang sind nichts Außergewöhnliches. Meist handelt es sich um Knochen, die nach den Schlachtungen bzw. den Mahlzeiten als Abfall in eigens dafür ausgehobenen Gruben entsorgt wurden. Verwunderlich jedoch erscheinen Niederlegungen, die aufgrund der Fundumstände bzw. der Art und Weise der Deponierung nicht als gewöhnlicher Schlacht- und Speiseabfall gedeutet werden können. Sie müssen unter dem Aspekt einer intentionellen Niederlegung betrachtet werden und sind vielfach mit Tieropfern in Verbindung zu bringen. Tieropfer haben bereits in sehr frühen Zeiten der menschlichen Entwicklung eine nicht unerhebliche Rolle gespielt und wurden aus den unterschiedlichsten Anlässen und Beweggründen heraus vorgenommen. Bis in historische und selbst bis in heutige Zeiten haben sich Vorstellungen solcher Tieropfer erhalten. Dem Interesse des hochverehrten Jubilars folgend, soll sich in diesem Beitrag speziell den germanischen Funden und Befunden zugewendet und diese unter Einbeziehung schriftlicher, ikonografischer sowie ethnologischer Quellen betrachtet werden. ### Die Hertesburg, Ldkr. Nordvorpommern, und der Orden des Neuen Tempels von Daniel Nösler (Wilhelmshaven): Die mittelalterliche „Hertesburg“ bei Prerow, die wahrscheinlich im 13. Jh. entstanden ist, war ab dem 14. Jh. Aufenthaltsort der rügisch-pommerschen Fürsten und Vogteisitz. Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg scheint die Anlage verfallen gewesen zu sein. Archäologische Untersuchungen auf dieser Befestigung beschränken sich bislang auf kleinere Notbergungen. Im Jahr 1927 wurde die Burg unter der Führung von Georg Hauerstein jr. zum Presbyterium des Ordens des Neuen Tempels erhoben und auf dem Turmhügel eine Kapelle errichtet. In diesem Orden manifestierten sich die rassistischen und okkulten Lehren von Jörg Lanz von Liebenfels, dem bedeutendsten Vertreter der Ariosophie. Die Ordensmitglieder vermuteten in der Hertesburg den Ursprung der „arioheroischen Rasse“ und die Lage der slawischen Heiligtümer Rethra und Vineta. In der Gegend um Prerow wurde durch Ordensmitglieder weiterhin versucht, „rassische“ Siedlungsprojekte zu verwirklichen. Im Jahr 1935 musste das Burgareal an den Staat verkauft werden, und das Ordenskapitel wurde von der Hertesburg nach Bayern verlegt, wo es bis 1973 bestand. ### Liebetraut Rothert und die brandenburgische Bodendenkmalpflege 1938–1945 von Henny Piezonka (Berlin): Die Archäologin Liebetraut Rothert hat die brandenburgische Bodendenkmalpflege in den Jahren von 1938 bis 1945 entscheidend gestaltet und dabei die Arbeitsgrundlagen für die heute wirkenden Institutionen mit geschaffen. Fachlich durch ihr Studium in Breslau geprägt, wo sie 1934 zu einem mesolithischen Thema promovierte, arbeitete Rothert kurzzeitig unter Hans Reinerth in Berlin. Im Jahr 1938 wechselte sie in die Belegschaft des neugegründeten Landesamts, wo sie nach Einberufung der männlichen Mitarbeiter in den Krieg die gesamte Arbeit allein erledigte. Von 1942 bis 1945 leitete sie das Niederlausitzische Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Cottbus. Nach dem Krieg wurde sie nicht mehr in ihrem Beruf als Archäologin tätig, sondern widmete sich als Archivarin eines Bochumer Steinkohlebergwerks der Geschichte der Ruhrbergleute. So ist sie offenbar schnell aus dem Gesichtsfeld der archäologischen Fachwelt verschwunden und in Vergessenheit geraten – zu Unrecht

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