Schloss Blankenhain – 2021: Menschen, Zeiten & Geschichten

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Wie war das mit der Landwirtschaft und dem Leben auf dem Lande „früher“? Eine Frage, die, wenn sie überhaupt gestellt wird, auf eine Generation verweist, die der direkten Auseinandersetzung mit dem Landleben und der Landwirtschaft weithin entfremdet ist. Ob nun die „lila Kuh“, die Milch aus dem Tetra-Pack, die eingeschweißte Wurst im Discounter oder das mundgerecht gewürfelte Tiefkühlgemüse, ja sogar das geradezu denaturierte „Fastfood“, auch „Junkfood“ genannt, von Burger bis Nuggets — woher diese von der Landwirtschaft erzeugten und bereitgestellten Lebensmittel so richtig stammen, wird vielfach mit Achsenzucken und lapidarem „vom Bauern“, „vom Agrarhof“, „vom Schlachthof“ oder „vom Supermarkt“ beantwortet. Was wirklich an Mühe und Arbeit bis heute dahinterstecken, kaum einer der Landwirtschaft entfremdeten „Städter“ kann sich dies wirklich so genau vorstellen. Umso weniger vorstellbar ist das Bild einer Landwirtschaft in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und bis weit in die 1960er und 1970er Jahre hinein. Kaum jemand macht sich heute Gedanken welcher „Quantensprung“ der Traktor für die Bauern und Landwirte war, was für eine Arbeitserleichterung und Arbeitseffektivierung dies mit sich brachte. Aber nicht nur die Neuerungen in der Landtechnik und die Errungenschaften in der Landbewirtschaftung und Viehhaltung sind für den modernen Menschen im Hightech-Zeitalter von Smartphones, Tablets, World-Wide-Web usw. kaum nachvollziehbar, sondern auch das Leben auf dem Lande selbst. In manchen Dörfern in Deutschland wie in Österreich gab es erst in den 1970er, teilweise sogar noch später eine zentrale Wasserversorgung über ein Fernleitungsnetz, davor gab es die Haus- bzw. Hofeigenen Brunnen mit Pumpen zur Weiterleitung des Wassers ins Haus oder die Stallungen. Jenseits von Melkrobotern oder Drohnenüberwachten Feldern war der Arbeitsalltag von reiner … (Auszug aus Vorwort)

Inhaltsverzeichnis:

Jürgen Knauss
• Vom Leben auf dem Lande — ein Vorwort

Franz Gleiß
• Der Alltag und die Ernte in den 1930ern in der Erinnerung des Anton Pugl

Otto Riesinger
• Die Heu- und Futterernte aus eigenem Erleben

Jürgen Knauss
• Heiligentage und Bauernregeln — Überlieferungen zwischen Volksfrömmigkeit und Agrarmeteorologie

Otto Riesinger
• Noch selbst erlebt! Die Nutzung von Seegras als Füllmaterial für Matratzen

Alfred Fröhlich
• Wo bittere Not und unvorstellbares Elend hausten — die Armenhäuser

Wolfram Hennies
• Hausschlachten in der Westprignitz — erläuterte Erinnerungen in „Platt“

Ina Schumann
• Zwischen Küche, Stall und Kindern — Frauenerinnerungen zum Alltag auf dem Dorf

Verena Kerber
• Kindheit auf dem Lande — Zeitzeugenerlebnisse zwischen 1945 und 1960

Ivonne Dietrich
• Blankenhain unterm Hakenkreuz — Zeitzeugen erinnern sich!

Caterina Paetzelt
• „Jetzt ist die Heimat hier“ — Heimatvertriebene in Zeitzeugenberichten 1945 – 1949

Dagmar Schreiter
• Heimatvertriebene in der SBZ und DDR

Ina Schumann
• Entwicklungsgeschichte der LPG im sächsischen Blankenhain

Klaus Lehmann
• Die LPG Lehndorf und ihre Entwicklung

Klaus Lehmann
• Mein Leben in der Landwirtschaft der DDR — Biographische Notizen

Ralph Herrmann
• Einzelbauer-Gefängnis-LPG, aus dem Leben eines Landwirts in der DDR

Rüdiger Hottas
• Vom Genossenschaftsbauer zum Einzelbauer — der etwas andere Weg des Otto Lippold

Karl Krischka
• Caterpillar-Raupen für die Landwirtschaft Österreichs

Autoren

Gewicht 737 g
Bestellnr

1-21-2021

Hauptgruppe

Museums Schloss Blankenhain

ISBN

978-3-95741-166-2

KurzbezTitel

2021: Menschen, Zeiten & Geschichten – Mensch-Wirtschaft-Kulturlandschaft – Sammelband mit Beiträgen zur Geschichte des Landlebens und der Landwirtschaft aus Deutschland und Österreich

Autor

Herausgeber: Jürgen Knauss

Erscheinungsjahr

Langenweißbach 2021

Technische Angaben

346 Seiten, 66 meist farbige Abbildungen und Kartenskizzen, 21,0 x 14,8 cm, Broschur