Band 51: Kleinzerbst – Ein germanisches Gräberfeld der Spätlatènezeit und der frühen römischen Kaiserzeitaus dem Landkreis Köthen

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Die archäologische Erforschung der römischen Kaiserzeit Mitteldeutschlands begann in den zwanziger Jahren des 20. Jh. Seitdem wurde kontinuierlich und in wachsender Zahl eine Reihe von größeren Ausgrabungen durchgeführt, und es wurden Publikationen herausgebracht. Wenn diese Arbeiten auch heute noch nicht zum Abschluss gebracht werden können, so ist doch der große Fortschritt im Erkenntnisstand und die Dynamik des historischen Geschehens in jenen Jahrhunderten, von der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts v. Chr. bis zum Ende des 2. Jh. n. Chr. evident. Den Kernpunkt bildet die genaue Datierung der Bodenfunde in der absoluten Chronologie, um sie mit schriftlich überlieferten historischen Ereignissen in Verbindung bringen zu können. Für die Geschichte Mitteldeutschlands in der Zeit um Christi Geburt liegen einige neuere Arbeiten vor, die versuchen, eine feinere Chronologie für die Spätlatenezeit, Stufe D, oder römische Kaiserzeit Eggers A zu geben. In der relativen Chronologie besteht weitgehend Einigkeit. Gleichzeitig erhebt sich natürlich auch die Frage nach der absoluten Chronologie der Bodenfunde dieser Zeit in Mitteldeutschland. Die bekannten zusammenfassenden Arbeiten für die frühe römische Kaiserzeit oder auch die sogenannte „Übergangszeit“ haben gezeigt, dass neue Ausgrabungen von möglichst vollständig erfassten Gräberfeldern die Forschung vorwärts bringen müssen. So hat das Brandgräberfeld von Schkopau, Ldkr. Merseburg-Querfurt, neue Anstöße für die frühen Zeiten, d. h. für die Großromstedter Gruppe, gegeben. Durch die Reihe grundlegender Aufsätze und Monographien über die frühe römische Kaiserzeit Mitteldeutschlands ist eine sichere relative Chronologie zu erkennen. Dagegen schwanken die absoluten Zahlen in der Ansetzung der Stufe A (Latene D) bis zu etwa 50 Jahren. Es fällt der Forschung schwer, absolute historische Zeitangaben mit Funden gleichzusetzen. So sind die historischen Nachrichten über die ‚Stämme der Germanen‘ neu zu hinterfragen. Dann könnten hoffentlich die Bodenfunde besser in den Geschichtsablauf eingearbeitet werden. Auch die Methode zur Auslegung historischer Daten ist zu überdenken. Es wird trotz nachgewiesener politischer Veränderungen, z. B. die Eroberung Galliens durch Caesar, keine scharfe Grenze im Kulturgut anzunehmen sein. So wird für den Titelberg, ein Oppidum im luxemburgischen Eifelgebiet, ein weiteres Bestehen, sogar eine Blütezeit für das 2. Jahrzehnt v. Chr. angenommen.
(Auszug aus Einleitung)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Entdeckungsgeschichte des Gräberfeldes
Lage des Gräberfeldes
Die Grabungsmethode
Siedlungen im Gräberfeld
Größe und Belegung des Gräberfeldes
Bestattungssitten

Ausstattung der Gräber
• Waffengräber
• Gräber mit Schmuck und ‚kostbaren‘ Beigaben
• Gräber mit norischem und römischem Import

Funde
• Fibeln
• Messer
• Gürtelzubehör
• Nadeln
• Werkzeuge
Sonstige Beigaben
Keramik

Anthropologische Leichenbrandbestimmung und archäologischer Befund
Chronologische Auswertung
Das Gräberfeld Kleinzerbst im Vergleich mit etwa gleichzeitigen Gräberfeldern Mitteldeutschlands
Zusammenfassung

Katalog-Teil

Vorbemerkung
Befunde und Funde
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis

Bärbel Heußner, Petershagen :
• Anthropologische Untersuchung des Gräberfeldes K1einzerbst, Ldkr. Köthen

Otto Kersten und Günter Klein, Köthen:
• Elektronenmikroskopische und mikroanalytische Untersuchungen an Goldberlocken aus dem Gräberfeld K1einzerbst, Ldkr. Köthen

Tafeln

Gewicht 1293 g
Bestellnr

4-4-51

Produktgruppe

Verkaufsprogramm

Reihe

Archäologie Sachsen-Anhalt

Hauptgruppe

Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen Anhalt

Untergruppe

Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen Anhalt

ISBN

3-910010-30-X

KurzbezTitel

Band 51: Kleinzerbst – Ein germanisches Gräberfeld der Spätlatènezeit und der frühen römischen Kaiserzeitaus dem Landkreis Köthen

Autor

Erika Schmidt-Thielbeer mit Beiträgen von Bärbel Heußner, Otto Kersten und Günter Klein — Hrsg. Siegfried Fröhlich

Erscheinungsjahr

Halle (Saale) 1998

TechnischeAbgaben

268 Seiten, Befunde und Funde, Verzeichnisse, zahlreiche Abbildungen, 102 Tafeln, 2 Beilagen, Format A4, Festeinband

Inhalt

Die archäologische Erforschung der römischen Kaiserzeit Mitteldeutschlands begann in den zwanziger Jahren des 20. Jh. Seitdem wurde kontinuierlich und in wachsender Zahl eine Reihe von größeren Ausgrabungen durchgeführt, und es wurden Publikationen herausgebracht. Wenn diese Arbeiten auch heute noch nicht zum Abschluss gebracht werden können, so ist doch der große Fortschritt im Erkenntnisstand und die Dynamik des historischen Geschehens in jenen Jahrhunderten, von der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts v. Chr. bis zum Ende des 2. Jh. n. Chr. evident. Den Kernpunkt bildet die genaue Datierung der Bodenfunde in der absoluten Chronologie, um sie mit schriftlich überlieferten historischen Ereignissen in Verbindung bringen zu können. Für die Geschichte Mitteldeutschlands in der Zeit um Christi Geburt liegen einige neuere Arbeiten vor, die versuchen, eine feinere Chronologie für die Spätlatenezeit, Stufe D, oder römische Kaiserzeit Eggers A zu geben. In der relativen Chronologie besteht weitgehend Einigkeit. Gleichzeitig erhebt sich natürlich auch die Frage nach der absoluten Chronologie der Bodenfunde dieser Zeit in Mitteldeutschland. Die bekannten zusammenfassenden Arbeiten für die frühe römische Kaiserzeit oder auch die sogenannte „Übergangszeit“ haben gezeigt, dass neue Ausgrabungen von möglichst vollständig erfassten Gräberfeldern die Forschung vorwärts bringen müssen. So hat das Brandgräberfeld von Schkopau, Ldkr. Merseburg-Querfurt, neue Anstöße für die frühen Zeiten, d. h. für die Großromstedter Gruppe, gegeben. Durch die Reihe grundlegender Aufsätze und Monographien über die frühe römische Kaiserzeit Mitteldeutschlands ist eine sichere relative Chronologie zu erkennen. Dagegen schwanken die absoluten Zahlen in der Ansetzung der Stufe A (Latene D) bis zu etwa 50 Jahren. Es fällt der Forschung schwer, absolute historische Zeitangaben mit Funden gleichzusetzen. So sind die historischen Nachrichten über die 'Stämme der Germanen' neu zu hinterfragen. Dann könnten hoffentlich die Bodenfunde besser in den Geschichtsablauf eingearbeitet werden. Auch die Methode zur Auslegung historischer Daten ist zu überdenken. Es wird trotz nachgewiesener politischer Veränderungen, z. B. die Eroberung Galliens durch Caesar, keine scharfe Grenze im Kulturgut anzunehmen sein. So wird für den Titelberg, ein Oppidum im luxemburgischen Eifelgebiet, ein weiteres Bestehen, sogar eine Blütezeit für das 2. Jahrzehnt v. Chr. angenommen. (Auszug aus Einleitung) Inhaltsverzeichnis Einleitung Entdeckungsgeschichte des Gräberfeldes Lage des Gräberfeldes Die Grabungsmethode Siedlungen im Gräberfeld Größe und Belegung des Gräberfeldes Bestattungssitten Ausstattung der Gräber • Waffengräber • Gräber mit Schmuck und 'kostbaren' Beigaben • Gräber mit norischem und römischem Import Funde • Fibeln • Messer • Gürtelzubehör • Nadeln • Werkzeuge Sonstige Beigaben Keramik Anthropologische Leichenbrandbestimmung und archäologischer Befund Chronologische Auswertung Das Gräberfeld Kleinzerbst im Vergleich mit etwa gleichzeitigen Gräberfeldern Mitteldeutschlands Zusammenfassung Katalog-Teil Vorbemerkung Befunde und Funde Anmerkungen Literaturverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Bärbel Heußner, Petershagen : • Anthropologische Untersuchung des Gräberfeldes K1einzerbst, Ldkr. Köthen Otto Kersten und Günter Klein, Köthen: • Elektronenmikroskopische und mikroanalytische Untersuchungen an Goldberlocken aus dem Gräberfeld K1einzerbst, Ldkr. Köthen Tafeln

Besonderheiten