Band 72 (V und VI): Die Rössener Kultur in Mitteldeutschland – Die rössenzeitlichen Geräte aus Felsgestein

79,00 

In diesem Band werden 2825 Geräte aus Felsgestein von 1030 Fundorten in Mitteldeutschland, der Altmark und der Oberlausitz beschrieben. Der auswertende Teil behandelt nicht nur technologische Aspekte, sondern auch Überlegungen zur Verbreitung dieser Geräte. Die breit- und schiefnackigen Äxte aus Amphibolit werden gemeinhin als »donauländische Geräte« bezeichnet. Das suggeriert ihre Herkunft aus donauländischen Gebieten. Diese Axtformen sind aber vor allem aus der Hinkelstein-Gruppe, der Großgartacher Gruppe und der Rössener Kultur bezeugt, sodass zu vermuten ist, dass sie auch im Verbreitungsgebiet dieser archäologischen Kulturgruppen entwickelt worden sind. Der Verfasser bezeichnet diese Geräte daher als »rössenzeitliche Äxte«. In Mitteldeutschland, in der Altmark und in der Oberlausitz stammen derartige Äxte auch aus Gemarkungen, aus denen keine Funde der Rössener Kultur bekannt sind. Es dürfte sich daher bei einem Großteil dieser Äxte um »verschleppte Funde« handeln, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine Zweitverwendung als »Donnerkeile« fanden.

Inhaltsverzeichnis:

Band V

Einführung und Danksagung

Anmerkungen zu den Fundumständen

Zur Forschungsgeschichte

Zur Nomenklatur

Formen der im Katalog beschriebenen rössenzeitlichen Felsgesteingeräte

Exkurs zu den senkrecht durchlochten, flachen und breiten, dickblattigen Dechseln
• Nachweis der flach- und dickblattigen, senkrecht durchlochten Dechsel aus Mitteldeutschland, der Altmark und der Oberlausitz

Anmerkungen zum Rohmaterial rössenzeitlicher Felsgesteingeräte

Technologische Aspekte der rössenzeitlichen Felsgesteinbearbeitung

Bemerkungen zur Funktion rössenzeitlicher Äxte und Steinkeile

Zur Datierung rössenzeitlicher Äxte und Steinkeile in Mitteldeutschland

Anmerkungen zur Verbreitung und zur Datierung der rössenzeitlichen Felsgesteingeräte sowie zur Neolithisierung in den nördlich des mitteldeutschen neolithischen Altsiedelgebietes gelegenen Landschaften

Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Abbildungsnachweis

Anhang

Liste 1. Aus Gehöften geborgene rössenzeitliche Geräte aus Felsgestein
Liste 2a. Rössenzeitliche Geräte aus Felsgestein von Wüstungen
Liste 2b. Rössenzeitliche Geräte aus Felsgestein von vermuteten Wüstungen bzw. zu Wüstungen gehörenden Feldmarken
Liste 3. Aus Flüssen oder Flussniederungen geborgene rössenzeitliche Geräte aus Felsgestein
Liste 4. Gesicherte oder vermutete rössenzeitliche Verwahrfunde
Liste 5. Quer zur Schneide geschieferte rössenzeitliche Dechsel (Schuhleistenkeile)
Liste 6. Quer zur Schneide geschieferte rössenzeitliche Äxte (entlang der Schieferung partiell ausgeplatzt)
Liste 7. Parallel zur Schneide geschieferte rössenzeitliche Äxte
Liste 8. Schuhleistenkeilartige rössenzeitliche Äxte
Liste 9. Rössenzeitliche Dechsel mit Hohlschneide
Liste 10a. Rössenzeitliche »Miniaturäxte«?
Liste 10b. Kleine rössenzeitliche Äxte
Liste 11. Rössenzeitliche Rohblöcke und Halbfabrikate u. a. mit Sägeschnitten
Liste 12. Rössenzeitliche Halbfabrikate und Geräte aus Felsgestein mit Rest des durch Abdrücken der Fläche unter dem Sägeschnitt entstandenen und überschliffenen Wulstes
Liste 13. Rössenzeitliche Geräte aus Felsgestein mit Sägeschnitten
Liste 14. Rohblöcke und Halbfabrikate mit Durchbohrung
Liste 15. Rössenzeitliche Äxte und Steinkeile mit durchgehender (vollendeter) Kronbohrung
Liste 16. Rössenzeitliche Äxte mit unvollendeter Kronbohrung (mit »Bohrlochmundtrichter«)
Liste 17. Rössenzeitliche Äxte und Steinkeile mit Gegenbohrungen
Liste 18. Fragmente von rössenzeitlichen Äxten (vor der Sollbruchstelle, der Durchbohrung, zerbrochen)
Liste 19. Rössenzeitliche Steinkeile und Halbfabrikate mit kleinem Bohrloch
Liste 20. Rössenzeitliche Äxte mit großem Bohrloch
Liste 21. Rössenzeitliche Äxte mit Durchbohrung vor oder in der Gerätemitte
Liste 22. Rössenzeitliche Äxte mit Durchbohrung dicht hinter der Gerätemitte
Liste 23. Rössenzeitliche Äxte und Steinkeile mit Durchbohrung seitlich der Längsachse
Liste 24. Rössenzeitliche Äxte mit stumpfer Schneide
Liste 25. Rössenzeitliche Äxte mit scharfer oder nachträglich angeschärfter Schneide
Liste 26. Rössenzeitliche Keile und Äxte mit schmaler Schneide
Liste 27. Rössenzeitliche Äxte mit von der Ober- zur Unterseite abfallender Schneide
Liste 28. Rössenzeitliche Äxte mit schiefer Schneide bzw. Schneide seitlich der Längsachse
Liste 29. Rössenzeitliche Äxte mit über Kreuz vermessenen Bohrlöchern

Beilage 1: Rössenzeitliche Amphibolitgeräte aus Mitteldeutschland
Tafeln

Band VI

Katalog der rössenzeitlichen Geräte aus Felsgestein
Fundortliste

Gewicht 3.138 g
Größe 30.4 × 21.4 cm
Bestellnr

4-4-72-5-6

ISBN

978-3-948618-05-6

KurzbezTitel

Band 72 (V und VI): Die Rössener Kultur in Mitteldeutschland – Die rössenzeitlichen Geräte aus Felsgestein

Autor

Dieter Kaufmann – Hrsg. Harald Meller Veröffentlichungen des LAD und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte

Erscheinungsjahr

Halle (Saale) 2020

TechnischeAbgaben

2 Bänden mit 646 Seiten, Beiträge zum Stand der Forschung, zahlreiche Abbildungen, Karten und Diagramme, 30,2 x 21,4 cm, Festeinband

Inhalt

In diesem Band werden 2825 Geräte aus Felsgestein von 1o3o Fundorten in Mitteldeutschland, der Altmark und der Oberlausitz beschrieben. Der auswertende Teil behandelt nicht nur technologische Aspekte, sondern auch Überlegungen zur Verbreitung dieser Geräte. Die breit- und schiefnackigen Äxte aus Amphibolit werden gemeinhin als »donauländische Geräte« bezeichnet. Das suggeriert ihre Herkunft aus donauländischen Gebieten. Diese Axtformen sind aber vor allem aus der Hinkelstein-Gruppe, der Großgartacher Gruppe und der Rössener Kultur bezeugt, sodass zu vermuten ist, dass sie auch im Verbreitungsgebiet dieser archäologischen Kulturgruppen entwickelt worden sind. Der Verfasser bezeichnet diese Geräte daher als »rössenzeitliche Äxte«. In Mitteldeutschland, in der Altmark und in der Oberlausitz stammen derartige Äxte auch aus Gemarkungen, aus denen keine Funde der Rössener Kultur bekannt sind. Es dürfte sich daher bei einem Großteil dieser Äxte um »verschleppte Funde« handeln, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine Zweitverwendung als »Donnerkeile« fanden.