Paket: Der Dom zu Münster
Band 26.3 Die Domburg – Band 26.4 Das Domkloster

45,00 

Band 26.3

Mit der Auswertung der archäologischen Untersuchungen auf dem Areal der ehemaligen Münsteraner Domburg durch Martin Kroker wird nun eine weitere Arbeit vorgelegt, die im Rahmen des von Bistum und Stadt Münster, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe geförderten ‘Domburg-Projektes’ entstand. Während sich die Arbeiten von Alexandra Pesch, Claudia Holze-Thier, Manfred Schneider und Bernd Thier u. a. mit den früh- und hochmittelalterlichen Überresten im eigentlichen Dombezirk beschäftigen, war es die Aufgabe Martin Krokers, sich den Spuren der profanen Siedlung „Mimigernaford“ auf dem Gelände der Domburg zu widmen.
In diesem Zusammenhang galt es, sowohl Fragen zu den Voraussetzungen für die Einrichtung eines Bischofssitzes 805 an dieser Stelle als auch zur frühstädtischen Entwicklung ‘Mimigernafords’ nach 805 zu beantworten.
Im Gegensatz zu anderen Bischofssitzen im sächsischen Raum, bei denen der Forschungsschwerpunkt meist auf der Baugeschichte der Kathedralen selbst oder aber, wie in Paderborn, auf dem Ausbau der Pfalzbezirke liegt, zeichnet sich Münster dadurch aus, dass dort in ganz besonderem Maße das profane Umfeld des Domes innerhalb des befestigten Domareals untersucht werden konnte. Das Interesse an der Entwicklung solch früher Binnenstrukturen ist in der Frühmittelalterforschung nach wie vor groß. Daher wurde es bislang als äußerst unbefriedigend angesehen, dass die Untersuchungsergebnisse über Jahrzehnte nur in kurzen Vorberichten greifbar waren. In dieser Form fanden sie Eingang in die einschlägige Geschichtsliteratur und prägen das Bild der Frühgeschichte Münsters bis auf den heutigen Tag.
Die eingehende Auseinandersetzung mit der Dokumentation der zahlreichen Ausgrabungen und Sondierungen und die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Untersuchungen nach den neuesten Standards noch am originalen Fundmaterial nachholen zu können, erbrachte dann aber ein völlig überraschendes Ergebnis, das das bestehende Modell von der Frühgeschichte Münsters heftig zum Wanken brachte und völlig neue Fragen zu den Gründen aufwarf, die zur Wahl „Mimigernafords“ als Sitz eines Bischofs geführt hatten.

Band 26.4

Das Bistum Münster kann auf eine l200jährige Geschichte zurückblicken. Im Gegensatz zu den meisten Bischofssitzen, die nach den Sachsenkriegen im neu christianisierten sächsischen Raum entstanden, lässt sich in Münster der Beginn mit der Weihe des friesischen Missionars Liudger am 30.3.805 zum Bischof durch Erzbischof Hildebald von Köln zeitlich genau fassen. Darüber hinaus vermitteln die Schriftquellen jedoch wie überall nur sparsame Informationen zur Frühgeschichte des Bistums und der Stadt. Dieses Defizit führte dazu, schon früh der archäologischen Erforschung dieser Zeit einen besonderen Stellenwert einzuräumen.
Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem aber in der Zeit des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, wurden bis in die jüngste Zeit auf dem Areal der Domburg zahlreiche archäologische Untersuchungen durchgeführt. Sie ergaben ein Bild von der Frühgeschichte Münsters, dem man bislang in der einschlägigen Stadtgeschichtsliteratur allenthalben begegnen konnte. Es gründete sich auf kurze Vorberichte über die Ausgrabungen, ohne dass man eine genauere Beschäftigung mit den jeweiligen Grabungsdokumentationen für notwendig erachtete, folglich weder Zeit noch Geld in deren Auswertung investieren wollte. Das bisherige Bild schien sich ohne Ecken und Kanten in die gängigen Vorstellungen von der Christianisierung der Sachsen und der Organisation der jungen Kirche um die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert einzupassen.
Die Einsicht in die Notwendigkeit einer gründlichen Auswertung der vorliegenden Grabungsdokumentationen kam erst Ende der 80er Jahre, als das traditionelle Bild deutliche Risse bekam. Bei einer archäologischen Untersuchung auf dem Areal des Domherrenfriedhofs fand man nicht das, was man erwartet hatte. Die 1999 begonnenen Auswertungsarbeiten an den älteren Grabungsdokumentationen setzten dann das ‘Korrekturprogramm’ unerbittlich fort.
Mit der Publikation von Dr. Alexandra Pesch über das Domkloster in Münster wird die erste dieser Korrekturen am Bild der Frühgeschichte Münsters vorgestellt. Sie bedeutet den Abschied von der Idee einer Realisierung des St. Galler Klosterplans auf dem Ostufer der Aa durch Liudger. Die Autorin hat sich in äußerst kurzer Zeit in eine hochkomplizierte Befundlage eingearbeitet und ist mit Erfolg zur tatsächlichen Aussage der Befunde vorgedrungen.

Angaben zu den Inhaltsverzeichnissen sind unter den einzelnen Publikationen ersichtlich.

Gewicht 6634 g
Bestellnr

7-2-26-P

Produktgruppe

Verlagsprogramm

Reihe

Archäologie Westfalen

Hauptgruppe

Denkmalpflege und Forschung in Westfalen

Untergruppe

1. Paket

ISBN

978-3-8053-3609-3 / 978-3-8053-3515-7

KurzbezTitel

1. Paket bestehend aus: Band 26.3: Der Dom zu Münster. Die Domburg. — Band 26.4: Der Dom zu Münster. Das Domkloster

Autor

Martin Kroker & Alexandra Pesch — Herausgeber: Ursula Quednau & Eberhard Grunsky – Westfälisches Amt für Denkmalpflege & Gabriele Isenberg – Westfälisches Museum für Archäologie

Erscheinungsjahr

Mainz 2007 / 2005

TechnischeAbgaben

Paket aus 2 Bänden, 30, 3 x 24, 0 x 9, 4 cm, Festeinband; Teilbd. 26.3-1: 364 Seiten Text mit 328 Abbildungen; Teilbd. 26.3-2: 266 Seiten Befundkatalog; Teilbd. 26.3-3: Mappe mit 82 Beilagen & Band 26.4: 143 Seiten, 26 Abbildungen, 105 Tafeln, 1 Beilage

Inhalt

Band 26.3 Mit der Auswertung der archäologischen Untersuchungen auf dem Areal der ehemaligen Münsteraner Domburg durch Martin Kroker wird nun eine weitere Arbeit vorgelegt, die im Rahmen des von Bistum und Stadt Münster, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe geförderten 'Domburg-Projektes' entstand. Während sich die Arbeiten von Alexandra Pesch, Claudia Holze-Thier, Manfred Schneider und Bernd Thier u. a. mit den früh- und hochmittelalterlichen Überresten im eigentlichen Dombezirk beschäftigen, war es die Aufgabe Martin Krokers, sich den Spuren der profanen Siedlung „Mimigernaford“ auf dem Gelände der Domburg zu widmen. In diesem Zusammenhang galt es, sowohl Fragen zu den Voraussetzungen für die Einrichtung eines Bischofssitzes 805 an dieser Stelle als auch zur frühstädtischen Entwicklung 'Mimigernafords' nach 805 zu beantworten. Im Gegensatz zu anderen Bischofssitzen im sächsischen Raum, bei denen der Forschungsschwerpunkt meist auf der Baugeschichte der Kathedralen selbst oder aber, wie in Paderborn, auf dem Ausbau der Pfalzbezirke liegt, zeichnet sich Münster dadurch aus, dass dort in ganz besonderem Maße das profane Umfeld des Domes innerhalb des befestigten Domareals untersucht werden konnte. Das Interesse an der Entwicklung solch früher Binnenstrukturen ist in der Frühmittelalterforschung nach wie vor groß. Daher wurde es bislang als äußerst unbefriedigend angesehen, dass die Untersuchungsergebnisse über Jahrzehnte nur in kurzen Vorberichten greifbar waren. In dieser Form fanden sie Eingang in die einschlägige Geschichtsliteratur und prägen das Bild der Frühgeschichte Münsters bis auf den heutigen Tag. Die eingehende Auseinandersetzung mit der Dokumentation der zahlreichen Ausgrabungen und Sondierungen und die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Untersuchungen nach den neuesten Standards noch am originalen Fundmaterial nachholen zu können, erbrachte dann aber ein völlig überraschendes Ergebnis, das das bestehende Modell von der Frühgeschichte Münsters heftig zum Wanken brachte und völlig neue Fragen zu den Gründen aufwarf, die zur Wahl „Mimigernafords“ als Sitz eines Bischofs geführt hatten. Band 26.4 Das Bistum Münster kann auf eine l200jährige Geschichte zurückblicken. Im Gegensatz zu den meisten Bischofssitzen, die nach den Sachsenkriegen im neu christianisierten sächsischen Raum entstanden, lässt sich in Münster der Beginn mit der Weihe des friesischen Missionars Liudger am 30.3.805 zum Bischof durch Erzbischof Hildebald von Köln zeitlich genau fassen. Darüber hinaus vermitteln die Schriftquellen jedoch wie überall nur sparsame Informationen zur Frühgeschichte des Bistums und der Stadt. Dieses Defizit führte dazu, schon früh der archäologischen Erforschung dieser Zeit einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem aber in der Zeit des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, wurden bis in die jüngste Zeit auf dem Areal der Domburg zahlreiche archäologische Untersuchungen durchgeführt. Sie ergaben ein Bild von der Frühgeschichte Münsters, dem man bislang in der einschlägigen Stadtgeschichtsliteratur allenthalben begegnen konnte. Es gründete sich auf kurze Vorberichte über die Ausgrabungen, ohne dass man eine genauere Beschäftigung mit den jeweiligen Grabungsdokumentationen für notwendig erachtete, folglich weder Zeit noch Geld in deren Auswertung investieren wollte. Das bisherige Bild schien sich ohne Ecken und Kanten in die gängigen Vorstellungen von der Christianisierung der Sachsen und der Organisation der jungen Kirche um die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert einzupassen. Die Einsicht in die Notwendigkeit einer gründlichen Auswertung der vorliegenden Grabungsdokumentationen kam erst Ende der 80er Jahre, als das traditionelle Bild deutliche Risse bekam. Bei einer archäologischen Untersuchung auf dem Areal des Domherrenfriedhofs fand man nicht das, was man erwartet hatte. Die 1999 begonnenen Auswertungsarbeiten an den älteren Grabungsdokumentationen setzten dann das 'Korrekturprogramm' unerbittlich fort. Mit der Publikation von Dr. Alexandra Pesch über das Domkloster in Münster wird die erste dieser Korrekturen am Bild der Frühgeschichte Münsters vorgestellt. Sie bedeutet den Abschied von der Idee einer Realisierung des St. Galler Klosterplans auf dem Ostufer der Aa durch Liudger. Die Autorin hat sich in äußerst kurzer Zeit in eine hochkomplizierte Befundlage eingearbeitet und ist mit Erfolg zur tatsächlichen Aussage der Befunde vorgedrungen. Angaben zu den Inhaltsverzeichnissen sind unter den einzelnen Publikationen ersichtlich.

Besonderheiten