Heft 2: Bemerkungen zur Renaissance in Stralsund

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Die historische Bedeutung der Stralsunder Altstadt wird häufig mit ihrer mittelalterlichen Struktur und den Einzelgebäuden der Backsteingotik gleichgesetzt. Diese verengte Sichtweise lässt einen Teil des baulichen Reichtums dieser Stadt außer Acht, der in der Vielfalt von Stilepochen mit unterschiedlichen Ausprägungen besteht. Dazu gehört die Renaissance, die einen Wendepunkt auch in der Stadtgeschichte Stralsunds markiert.

Wohlstand, wirtschaftliche Blüte und politische Bedeutung im Mittelalter hat Stralsund maßgeblich der Hanse zu verdanken, die als Städtebund über mehrere Jahrhunderte die bestimmende politische und wirtschaftliche Macht in Nord- und Mitteleuropa darstellte. In dieser Epoche ist der Stadtgrundriss entstanden, der durch das Lübische Baurecht geprägt wurde, sowie zahlreiche Einzelgebäude wie Rathaus, Stadtkirchen, Kaufmannshäuser und Klöster – einige dieser Gebäude stellen herausragende Werke der Backsteingotik dar.

Der Niedergang der Hanse war für viele Mitgliedsstädte mi t einem Rückgang von Wirtschaftskraft und Bedeutung verbunden, zu einem Zeitpunkt, als im 16. Jahrhundert mit der Renaissance in ganz Europa ein allgemeiner Aufbruch mit grundlegenden Veränderungen in unterschiedlichsten Bereichen einsetzte. So ist es zu erklären, dass die Bautätigkeit in diesem Zeitraum in Stralsund deutlich zurückging und nur wenige Gebäude neu errichtet oder äußerlich sichtbar im heuen Stil umgebaut wurden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Ideen und Tendenzen in der Architektur vor Stralsund haltmachten. im Gegenteil: Die wenigen Gebäude, die in diesem Zeitraum entstand. den sind, heben sich schon äußerlich deutlich von gotischen und barock überformten Fassaden ab. Es handelt sich zwar nicht um herausragende Beispiele norddeutscher Renaissancearchitektur, wie sie beispielsweise in Wismar zu finden sind, es sind dennoch bemerkenswerte Zeugnisse der Renaissance und der Stadtgeschichte.

Der Renaissance in Stralsund wird bisher in Literatur und Stadtführungen vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Mit der zweiten Ausgabe der Schriftenreihe ‘Stralsunder Denkmale’ soll diese Lücke geschlossen, das Interesse an den Auswirkungen dieser Epoche im Stralsunder Stadtbild geweckt werden. Die unterschiedlichen Facetten der Renaissance in Stralsund werden in mehreren Beiträgen beleuchtet, die in populärwissenschaftlicher Form ein möglichst breites, geschichtlich interessiertes Publikum ansprechen sollen. Die Abbildungen zu einzelnen Objekten illustrieren die textlichen Ausführungen, ersetzen aber nicht den Rundgang ‘auf eigene Faust’. Es lohnt sich, die Gebäude der Renaissance auch aus der Nähe und im Detail anzusehen, denn erst so lässt sich die Qualität der Proportionen, Gestaltung und Formensprache wirklich nachvollziehen, die diese Stilepoche auszeichnen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg-Stralsund im 16. Und frühen 17. Jahrhundert (d. Volksdorf)

Von welschen Giebeln, Arkaden und toskanischen Säulen – Bemerkungen zur Architektur der Renaissance in Stralsund (F. Hoffmann / G. Möller)

Von gewölbten Räumen und bewohnten Kellern – Bauliche Neuerungen in Stralsunds Kellern im 16. Jahrhundert (St. Brüggemann)

„… handelde ick mit meister Statio van Lubeck umb einen bildeden schosstein…“Terrakotten der Renaissance in Stralsund (G. Möller)

Von Beischlägen, Wappen und Hausmarken – Wangensteine als steinerne Zeugen in Stralsund (S. Schade)

„… leth ick den nigen Kachelauen maken…“ Renaissancezeitliche Ofenkacheln aus der Hansestadt Stralsund – Eine Auswahl (C. Hoffmann)

Weitere Zwinger, neue Wälle – Der Ausbau der Stadtbefestigung im 16. und frühen 17. Jahrhundert (G. Möller)

Von Brücken, Kränen und Ankerschmieden – Der Stralsunder Hafen in der frühen Neuzeit (B. Kulessa)

Kanzel, Epitaph und Gestühl – Ein kurzer Abriss über die kirchliche Kunst der Renaissance in Stralsund (D. Volksdorf)

Glossar
Literaturverzeichnis und Impressum

Gewicht 260 g
Bestellnr

2-1-113

Produktgruppe

Verkaufsprogramm

Reihe

Zeitschrift/Reihen

Hauptgruppe

Schriftenreihe Stralsunder Denkmale

Untergruppe

Schriftenreihe Stralsunder Denkmale

ISBN
KurzbezTitel

Heft 2: Bemerkungen zur Renaissance in Stralsund

Autor
Erscheinungsjahr

Stralsund 2005

TechnischeAbgaben

80 Seiten, 76 meist farbige Abbildungen, 21 x 21 cm, Broschur

Inhalt

Die historische Bedeutung der Stralsunder Altstadt wird häufig mit ihrer mittelalterlichen Struktur und den Einzelgebäuden der Backsteingotik gleichgesetzt. Diese verengte Sichtweise lässt einen Teil des baulichen Reichtums dieser Stadt außer Acht, der in der Vielfalt von Stilepochen mit unterschiedlichen Ausprägungen besteht. Dazu gehört die Renaissance, die einen Wendepunkt auch in der Stadtgeschichte Stralsunds markiert. Wohlstand, wirtschaftliche Blüte und politische Bedeutung im Mittelalter hat Stralsund maßgeblich der Hanse zu verdanken, die als Städtebund über mehrere Jahrhunderte die bestimmende politische und wirtschaftliche Macht in Nord- und Mitteleuropa darstellte. In dieser Epoche ist der Stadtgrundriss entstanden, der durch das Lübische Baurecht geprägt wurde, sowie zahlreiche Einzelgebäude wie Rathaus, Stadtkirchen, Kaufmannshäuser und Klöster – einige dieser Gebäude stellen herausragende Werke der Backsteingotik dar. Der Niedergang der Hanse war für viele Mitgliedsstädte mi t einem Rückgang von Wirtschaftskraft und Bedeutung verbunden, zu einem Zeitpunkt, als im 16. Jahrhundert mit der Renaissance in ganz Europa ein allgemeiner Aufbruch mit grundlegenden Veränderungen in unterschiedlichsten Bereichen einsetzte. So ist es zu erklären, dass die Bautätigkeit in diesem Zeitraum in Stralsund deutlich zurückging und nur wenige Gebäude neu errichtet oder äußerlich sichtbar im heuen Stil umgebaut wurden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Ideen und Tendenzen in der Architektur vor Stralsund haltmachten. im Gegenteil: Die wenigen Gebäude, die in diesem Zeitraum entstand. den sind, heben sich schon äußerlich deutlich von gotischen und barock überformten Fassaden ab. Es handelt sich zwar nicht um herausragende Beispiele norddeutscher Renaissancearchitektur, wie sie beispielsweise in Wismar zu finden sind, es sind dennoch bemerkenswerte Zeugnisse der Renaissance und der Stadtgeschichte. Der Renaissance in Stralsund wird bisher in Literatur und Stadtführungen vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Mit der zweiten Ausgabe der Schriftenreihe 'Stralsunder Denkmale' soll diese Lücke geschlossen, das Interesse an den Auswirkungen dieser Epoche im Stralsunder Stadtbild geweckt werden. Die unterschiedlichen Facetten der Renaissance in Stralsund werden in mehreren Beiträgen beleuchtet, die in populärwissenschaftlicher Form ein möglichst breites, geschichtlich interessiertes Publikum ansprechen sollen. Die Abbildungen zu einzelnen Objekten illustrieren die textlichen Ausführungen, ersetzen aber nicht den Rundgang 'auf eigene Faust'. Es lohnt sich, die Gebäude der Renaissance auch aus der Nähe und im Detail anzusehen, denn erst so lässt sich die Qualität der Proportionen, Gestaltung und Formensprache wirklich nachvollziehen, die diese Stilepoche auszeichnen. Inhaltsverzeichnis: Vorwort Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg-Stralsund im 16. Und frühen 17. Jahrhundert (d. Volksdorf) Von welschen Giebeln, Arkaden und toskanischen Säulen – Bemerkungen zur Architektur der Renaissance in Stralsund (F. Hoffmann / G. Möller) Von gewölbten Räumen und bewohnten Kellern – Bauliche Neuerungen in Stralsunds Kellern im 16. Jahrhundert (St. Brüggemann) „… handelde ick mit meister Statio van Lubeck umb einen bildeden schosstein…“Terrakotten der Renaissance in Stralsund (G. Möller) Von Beischlägen, Wappen und Hausmarken – Wangensteine als steinerne Zeugen in Stralsund (S. Schade) „… leth ick den nigen Kachelauen maken…“ Renaissancezeitliche Ofenkacheln aus der Hansestadt Stralsund – Eine Auswahl (C. Hoffmann) Weitere Zwinger, neue Wälle – Der Ausbau der Stadtbefestigung im 16. und frühen 17. Jahrhundert (G. Möller) Von Brücken, Kränen und Ankerschmieden – Der Stralsunder Hafen in der frühen Neuzeit (B. Kulessa) Kanzel, Epitaph und Gestühl – Ein kurzer Abriss über die kirchliche Kunst der Renaissance in Stralsund (D. Volksdorf) Glossar Literaturverzeichnis und Impressum

Besonderheiten