Band 26.4: Der Dom zu Münster. Das Domkloster. Archäologie und historische Forschung zu Liudgers honestum monasterium in pago Sudergoe. Die Ausgrabungen 1936-1981 am Horsteberg in Münster

7,50 

Das Bistum Münster kann auf eine l200jährige Geschichte zurückblicken. Im Gegensatz zu den meisten Bischofssitzen, die nach den Sachsenkriegen im neu christianisierten sächsischen Raum entstanden, lässt sich in Münster der Beginn mit der Weihe des friesischen Missionars Liudger am 30.3.805 zum Bischof durch Erzbischof Hildebald von Köln zeitlich genau fassen. Darüber hinaus vermitteln die Schriftquellen jedoch wie überall nur sparsame Informationen zur Frühgeschichte des Bistums und der Stadt. Dieses Defizit führte dazu, schon früh der archäologischen Erforschung dieser Zeit einen besonderen Stellenwert einzuräumen.
Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem aber in der Zeit des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, wurden bis in die jüngste Zeit auf dem Areal der Domburg zahlreiche archäologische Untersuchungen durchgeführt. Sie ergaben ein Bild von der Frühgeschichte Münsters, dem man bislang in der einschlägigen Stadtgeschichtsliteratur allenthalben begegnen konnte. Es gründete sich auf kurze Vorberichte über die Ausgrabungen, ohne dass man eine genauere Beschäftigung mit den jeweiligen Grabungsdokumentationen für notwendig erachtete, folglich weder Zeit noch Geld in deren Auswertung investieren wollte. Das bisherige Bild schien sich ohne Ecken und Kanten in die gängigen Vorstellungen von der Christianisierung der Sachsen und der Organisation der jungen Kirche um die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert einzupassen.
Die Einsicht in die Notwendigkeit einer gründlichen Auswertung der vorliegenden Grabungsdokumentationen kam erst Ende der 80er Jahre, als das traditionelle Bild deutliche Risse bekam. Bei einer archäologischen Untersuchung auf dem Areal des Domherrenfriedhofs fand man nicht das, was man erwartet hatte. Die 1999 begonnenen Auswertungsarbeiten an den älteren Grabungsdokumentationen setzten dann das ‚Korrekturprogramm‘ unerbittlich fort.
Mit der Publikation von Dr. Alexandra Pesch über das Domkloster in Münster wird die erste dieser Korrekturen am Bild der Frühgeschichte Münsters vorgestellt. Sie bedeutet den Abschied von der Idee einer Realisierung des St. Galler Klosterplans auf dem Ostufer der Aa durch Liudger. Die Autorin hat sich in äußerst kurzer Zeit in eine hochkomplizierte Befundlage eingearbeitet und ist mit Erfolg zur tatsächlichen Aussage der Befunde vorgedrungen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort der Herausgeberin

Vorwort der Autorin

Das Projekt Domburg
• Fragestellungen und Ziel
• Generelle Aspekte der Aufarbeitung von Altgrabungen

HISTORISCHE GRUNDLAGEN MISSION UND KLOSTERGRÜNDUNGEN IN WESTFALEN

• Voraussetzungen
• Der Bau eines Klosters
• Liudger
• Das Domkloster Münster
• Topographie und Lokalität
• Archivalisch erschlossene Bebauung der Grabungsareale
• Das Refektorium (Horsteberg 6)
• Der erste Bischofspalast Münsters und die Kuriengebäude der Grabungsflächen (Horsteberg 7 -16)
• Der „Alte Dom“

ARCHÄOLOGISCHE BEFUNDE – Die Grabungen am Horsteberg

• Forschungsgeschichte und Forschungsstand
• Nördliche Domburggrabungen im Überblick
• Die einzelnen Grabungen um das Domkloster
• Domplatz 1958, „Curie West“ (Horsteberg 15/16)
• „Domplatz/Horsteberg 1962“ (Horsteberg 7), „Domplatz/Horsteberg 1963/64“ („südlich vor Horsteberg 6“, Horsteberg 5 und Kreuzgang)
• „Domplatz/Horsteberg 1975“, „Refektorium“ (Horsteberg 6 und 5)
• „Domplatz/Horsteberg 1978/79“ (Horsteberg 7-14)
• „Kreuzgang 1980/81“
• Allgemeines
• Die archäologisch erschlossenen Befunde
• Vorklösterliche Bauten?
• Phase I, 8./9. Jahrhundert
• Phase II, 10./11.Jahrhundert
• Phase III, 12./frühes 13. Jahrhundert
• Rekonstruktionen der Klostergebäude innerhalb der Phasen und im Vergleich mit anderen karolingischen Klosterbauten
• Zu den Gebäuden der Phase I
• Zu den Gebäuden der Phase II
• Zu den Gebäuden der Phase III

Befundkatalog Domkloster

DAS NEUE BILD DER DOMBURG

• Die Sakraltopographie der Domburg
• Anlage und Befestigung des Areals
• Der Baumsargfriedhof
• Das Kloster und die erste Klosterkirche Liudgers
• Der erste Dom Münsters und seine Nachfolger
• Die Saalkirche nördlich des Doms
• Der ‚Alte Dom‘
• Bischofspalast und Kurien
• Wertung und Ausblick

Literatur
• Abbildungsnachweis

Anhang:
• Tafeln, I Beilage

Gewicht 1476 g
Bestellnr

7-2-26-4

Produktgruppe

Verlagsprogramm

Reihe

Archäologie Westfalen

Hauptgruppe

Denkmalpflege und Forschung in Westfalen

Untergruppe

Denkmalpflege und Forschung in Westfalen

ISBN
KurzbezTitel

Band 26.4: Der Dom zu Münster. Das Domkloster. Archäologie und historische Forschung zu Liudgers honestum monasterium in pago Sudergoe. Die Ausgrabungen 1936-1981 am Horsteberg in Münster

Autor

Alexandra Pesch — Herausgeber: Eberhard Grunsky – Westfälisches Amt für Denkmalpflege & Gabriele Isenberg – Westfälisches Museum für Archäologie

Erscheinungsjahr

Mainz 2005

TechnischeAbgaben

143 Seiten, 26 Abbildungen, 105 Tafeln, 1 Beilage, 30, 3 x 24, 0 x 2, 1 cm, Festeinband

Inhalt

Das Bistum Münster kann auf eine l200jährige Geschichte zurückblicken. Im Gegensatz zu den meisten Bischofssitzen, die nach den Sachsenkriegen im neu christianisierten sächsischen Raum entstanden, lässt sich in Münster der Beginn mit der Weihe des friesischen Missionars Liudger am 30.3.805 zum Bischof durch Erzbischof Hildebald von Köln zeitlich genau fassen. Darüber hinaus vermitteln die Schriftquellen jedoch wie überall nur sparsame Informationen zur Frühgeschichte des Bistums und der Stadt. Dieses Defizit führte dazu, schon früh der archäologischen Erforschung dieser Zeit einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem aber in der Zeit des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, wurden bis in die jüngste Zeit auf dem Areal der Domburg zahlreiche archäologische Untersuchungen durchgeführt. Sie ergaben ein Bild von der Frühgeschichte Münsters, dem man bislang in der einschlägigen Stadtgeschichtsliteratur allenthalben begegnen konnte. Es gründete sich auf kurze Vorberichte über die Ausgrabungen, ohne dass man eine genauere Beschäftigung mit den jeweiligen Grabungsdokumentationen für notwendig erachtete, folglich weder Zeit noch Geld in deren Auswertung investieren wollte. Das bisherige Bild schien sich ohne Ecken und Kanten in die gängigen Vorstellungen von der Christianisierung der Sachsen und der Organisation der jungen Kirche um die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert einzupassen. Die Einsicht in die Notwendigkeit einer gründlichen Auswertung der vorliegenden Grabungsdokumentationen kam erst Ende der 80er Jahre, als das traditionelle Bild deutliche Risse bekam. Bei einer archäologischen Untersuchung auf dem Areal des Domherrenfriedhofs fand man nicht das, was man erwartet hatte. Die 1999 begonnenen Auswertungsarbeiten an den älteren Grabungsdokumentationen setzten dann das 'Korrekturprogramm' unerbittlich fort. Mit der Publikation von Dr. Alexandra Pesch über das Domkloster in Münster wird die erste dieser Korrekturen am Bild der Frühgeschichte Münsters vorgestellt. Sie bedeutet den Abschied von der Idee einer Realisierung des St. Galler Klosterplans auf dem Ostufer der Aa durch Liudger. Die Autorin hat sich in äußerst kurzer Zeit in eine hochkomplizierte Befundlage eingearbeitet und ist mit Erfolg zur tatsächlichen Aussage der Befunde vorgedrungen. Inhaltsverzeichnis: Vorwort der Herausgeberin Vorwort der Autorin Das Projekt Domburg • Fragestellungen und Ziel • Generelle Aspekte der Aufarbeitung von Altgrabungen HISTORISCHE GRUNDLAGEN MISSION UND KLOSTERGRÜNDUNGEN IN WESTFALEN • Voraussetzungen • Der Bau eines Klosters • Liudger • Das Domkloster Münster • Topographie und Lokalität • Archivalisch erschlossene Bebauung der Grabungsareale • Das Refektorium (Horsteberg 6) • Der erste Bischofspalast Münsters und die Kuriengebäude der Grabungsflächen (Horsteberg 7 -16) • Der „Alte Dom“ ARCHÄOLOGISCHE BEFUNDE – Die Grabungen am Horsteberg • Forschungsgeschichte und Forschungsstand • Nördliche Domburggrabungen im Überblick • Die einzelnen Grabungen um das Domkloster • Domplatz 1958, „Curie West“ (Horsteberg 15/16) • „Domplatz/Horsteberg 1962“ (Horsteberg 7), „Domplatz/Horsteberg 1963/64“ („südlich vor Horsteberg 6“, Horsteberg 5 und Kreuzgang) • „Domplatz/Horsteberg 1975“, „Refektorium“ (Horsteberg 6 und 5) • „Domplatz/Horsteberg 1978/79“ (Horsteberg 7-14) • „Kreuzgang 1980/81“ • Allgemeines • Die archäologisch erschlossenen Befunde • Vorklösterliche Bauten? • Phase I, 8./9. Jahrhundert • Phase II, 10./11.Jahrhundert • Phase III, 12./frühes 13. Jahrhundert • Rekonstruktionen der Klostergebäude innerhalb der Phasen und im Vergleich mit anderen karolingischen Klosterbauten • Zu den Gebäuden der Phase I • Zu den Gebäuden der Phase II • Zu den Gebäuden der Phase III Befundkatalog Domkloster DAS NEUE BILD DER DOMBURG • Die Sakraltopographie der Domburg • Anlage und Befestigung des Areals • Der Baumsargfriedhof • Das Kloster und die erste Klosterkirche Liudgers • Der erste Dom Münsters und seine Nachfolger • Die Saalkirche nördlich des Doms • Der 'Alte Dom' • Bischofspalast und Kurien • Wertung und Ausblick Literatur • Abbildungsnachweis Anhang: • Tafeln, I Beilage

Besonderheiten